Brief
Von Wilhelm von Humboldt (15. November 1812)
Über den beiliegenden Aufsatz "Anleitung zu Entwerfung einer allgemeinen Sprachkarte" (GSA 78/300). H. habe mit Europa begonnen; erwähnt: J. C. Adelungs "Mithridates". Die Darstellung Asiens solle folgen, sobald G. Nachricht gegeben habe, ob ihm diese Art der Behandlung des Themas zusage. - Bemerkungen zu seinem Wochenablauf. Mit der Überarbeitung der "Agamemnon"-Übersetzung (von Aischylos; vgl. Ruppert 1228) sei H. bis zur vorletzten Szene gekommen und hoffe, bis Ende des Jahres fertig zu sein. - Zu H.s Sprachstudien: Er lerne eifrig Böhmisch und arbeite an einer vergleichenden Grammatik aller Slavischen Sprachen. An die raisonirende Schrift über das Sprachstudium ("Über das vergleichende Sprachstudium in Beziehung auf die verschiedenen Epochen") könne er erst nach Abschluß des "Agamemnon" gehen. - Nachrichten über Krankheiten von H.s Frau und seines jüngsten Sohns (Hermann). - Den 2. Teil von G.s "Dichtung und Wahrheit" habe H. noch nicht lesen können. - Beförderer des Briefes sei der Berliner Ober Staabs Chirurgus Prozenius. - Grüße an C. von Goethe.
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