Normalzeugnis Zeugnis
C. J. R. Ridel an Amalie Buff 14. 7. 1788 (StG 9, 311)
Er bezeigt sich sehr freundschaftlich gegen mich, reicht mir selbst bei Hofe ganz zutraulich die Hand und ist in der Erziehung des Erbprinzen ganz mit mir einstimmig. Eine stundenlange Promenade hab’ ich schon mit ihm gemacht und ihn auch da sehr offen gefunden; nur packt ihn jetzt der Herzog so oft, und er hat so Vieles und so Mancherlei so vielen Menschen zu erzählen, daß ich ihn noch nicht so genießen konnte, wie ich’s gewünscht hätte. Es sind zudem jetzt Fremde hier, die oft bei Hofe kommen und viel Zeit wegnehmen: da kann ich ihn also noch nicht recht habhaft werden. Ich bin indes aus vielen Umständen überzeugt, daß er gewiß sehr mein Freund ist.
So im Vorbeigehn hab’ ich ihm auch schon gesagt: ich glaubte, es würde gut sein, wenn die Einrichtung getroffen würde, daß in meiner Abwesenheit jemand Anderes bei dem Prinzen sein könnte außer dem Kammerdiener, da ich doch notwendig zu meiner Erholung mich zuweilen entfernen möchte und der Kammerdiener zwar ein recht guter Mensch wäre, aber nicht Einsicht und Autorität genug hätte und haben könnte, um alsdann den Prinzen so zu behandeln, wie ich’s wünschte. Er sah Das ein und hat mir versprochen, es gelegentlich anzubringen.
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