Brief
Von Friedrich Schiller (15. Juni 1795)
Begeisterte Reaktion auf das 5. Buch von "Wilhelm Meisters Lehrjahren" mit eingehenden Erörterungen unter anderm zu Meisters Rechtfertigung gegen Werner seines Uebertritts zum Theater wegen und zur Person des Gespenstes. / Das Einzige, was ich gegen dieses Vte Buch zu erinnern habe, ist, daß es mir zuweilen vorkam, als ob Sie demjenigen Theile, der das Schauspielwesen ausschließend angeht, mehr Raum gegeben hätten, als sich mit der freyen und weiten Idee des Ganzen verträgt. - Über G.s Briefe an den Redacteur der Horen: S. sei einverstanden, einen kritischen Fechtplatz in den Horen zu eröfnen. Nur halte er es für wichtig, die Qualität der Auseinandersetzung selbst zu bestimmen; denn vom allgemeinen Publikum seien sicherlich nur die elendsten Stimmen zu erwarten. Beispielsweise könne sich S. im Nahmen eines Herrn von X gegen den Verfasser des "Wilhelm Meister" beschweren, daß er sich so gern bey dem SchauspielerVolk aufhält, und die gute Societät in seinem Roman vermeidet. Darauf könne dann G. antworten.
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