Brief
Von Johann Friedrich Gottlieb Unger (23. Mai 1795)
Für das von G. geplante Buch Beobachtungen und Betrachtungen aus der Naturgeschichte halte U. groß Octav auch für das schiklichste Format. Falls G. das Werk illuminieren wolle, bitte U. um den Auftrag für einige sehr geschickte, aber arme Illuminatoren, die er sonst auch für die Illumination seiner Kalender anstelle. - Bitte um G.s Urteil über J. F. Reichardts Kompositionen zu Liedern aus "Wilhelm Meisters Lehrjahren". - Über eine Berliner Aufführung des "Götz von Berlichingen", die vom Publikum gefeiert worden sei. Kritik an der ängstlichen Theaterleitung, die einige Stellen, in denen von Freiheit gesprochen werde, weggelassen habe und es auch nicht wage, den "Egmont" aufzuführen. K. W. Ramlers hohes Alter könne daran Schuld haben. - Frage, ob U. die ersten beiden Bände der "Neuen Schriften" in seiner neuen Schrift (Unger-Fraktur) nachdrucken dürfe. Daß sich diese Schrift so schnell durchgesetzt habe, verdanke U. vor allem der Tatsache, daß G. gestattet habe, ein so herrliches Produkt wie den "Wilhelm Meister"damit zu drucken. - Ankündigung einer weiteren neuen Schrifttype.
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