Normalzeugnis Zeugnis

Italienische Reise. 5. 5. 1787 (WA I 31, 192)

Folgsam dem guten Rathe machten wir uns zeitig auf den Weg und erreichten, auf unsern Maulthieren immer rückwärts schauend, die Region der durch die Zeit noch ungebändigten Laven ... Auf der ersten bedeutenden Höhe hielten wir still. Kniep zeichnete mit großer Präcision was hinaufwärts vor uns lag ... Ich stieg hinauf ... Als ich ganz betäubt wieder herunter kam, hatte Kniep im Schauer seine Zeit gut angewendet und mit zarten Linien auf dem Papier gesichert, was der wilde Sturm mich kaum sehen, vielweniger festhalten ließ. In dem Rachen des goldenen Löwen wieder angelangt, fanden wir den Lohnbedienten, den wir nur mit Mühe uns zu begleiten abgehalten hatten. Er lobte, daß wir den Gipfel aufgegeben, schlug aber für morgen eine Spazierfahrt auf dem Meere, zu den Felsen von Jaci, andringlich vor: das sei die schönste Lustpartie, die man von Catania aus machen könne! man nehme Trank und Speise mit, auch wohl Geräthschaften um etwas zu wärmen. Seine Frau erbiete sich dieses Geschäft zu übernehmen. Ferner erinnerte er sich des Jubels, wie Engländer wohl gar einen Kahn mit Musik zur Begleitung genommen hätten, welche Lust über alle Vorstellung sei. Die Felsen von Jaci zogen mich heftig an, ich hatte großes Verlangen mir so schöne Zeolithe herauszuschlagen, als ich bei Gioeni gesehen. Man konnte ja die Sache kurz fassen, die Begleitung der Frau ablehnen. Aber der warnende Geist des Engländers behielt die Oberhand, wir thaten auf die Zeolithe Verzicht und dünkten uns nicht wenig wegen dieser Enthaltsamkeit.

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