Brief
Von Wilhelm von Humboldt (16. Februar 1797)
H. habe in G. Hermanns "De metris poetarum Graecorum et Romanorum" (Ruppert 676) den Abschnitt über den Hexameter gelesen und könne G. davon Rechenschaft geben. Auszug aus Hermanns Buch unter Hinzufügung des beliebten Mottos aus dem Bion und eines Hinweises auf R. F. P. Bruncks "Analecta veterum poetarum Graecorum" (Straßburg 1772-76). - H. sei alle diese Tage her fleißig an Agamemnon gewesen. Es sei schwierig, Aischylos in gleicher Silbenzahl in den Chören wiederzugeben. Und obwohl neben Schiller, F. A. Wolf und J. H. Voß gewiß auch G. seine Übersetzung unbefriedigend finden werde, sei es doch der Gedanke an G., der H. bei dieser Arbeit unendlich stärke und belebe. Mit dieser Übersetzungsarbeit reiche H. wenigstens von ferne an eine poetische production heran. Ich fühle, daß sie es eigentlich ist, die das schönste u. höchste Selbstgefühl geben muß, u. doch ist sie mir schlechterdings versagt [...]. Er müsse sich deshalb einem andern anschließen, um ihm nachzutönen.
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