Brief

Von Anna Amalia von Helvig (28. Februar 1824)

O. von Goethe werde mit ihrer Rückkehr aus Berlin beifolgende zwei Romanzen von E. Tegnér ("König Rings Totengesang" und "Die Königswahl", aus der Frithjofssage, in H.s Übersetzung) einhändigen. G. möge diesen Gedichten die gleiche Aufmerksamkeit gönnen wie jenen vier Romanzen von Tegnér, die vor einiger Zeit im "Morgenblatt" erschienen seien (vgl. H. "Frithjof, Fragment einer nordischen Heldengeschichte", in: MBl 1822, Nr. 165f. und 168f.) und allgemeine Begeisterung hervorgerufen hätten. Tegnér, den sie persönlich kenne, habe ihr daraufhin weitere Romanzen zur Übertragung zugesandt. Das ganze nordisch romantische Epos umfasse einige zwanzig Romanzen; sein Dichter gelte in Schweden als einer der bedeutendsten Sänger im Skalden Hayne. Noch scheue er vor der Vollendung einiger weniger Romanzen aus Unsicherheit zurück. H. erbitte sich von G. ein Wort der Zustimmung zu den schon verfassten Romanzen, um dem schwedischen Dichter wieder Mut zuzusprechen (vgl. G. "Frithiofs Saga", in: "Über Kunst und Altertum" V 1). G.s Urteil wiege doppelt, da sein Name in Schweden mit großer Verehrung gefeiert werde. Näheres zur Person und der beruflichen Entwicklung Tegnérs; erwähnt: König Karl XIV. Johann von Schweden.

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