Brief
Von Friedrich Schiller (23. Dezember 1795)
Dank für die Rückgabe von Knebels Übersetzung "Elegien von Properz" (vgl. Ruppert 1428). - J. J. Engels "Herr Lorenz Stark" sei ursprünglich zu einer Comödie bestimmt gewesen. Der das Werk zunächst empfehlende leichte Ton dokumentiere jedoch mehr die Leichtigkeit des Leeren als die Leichtigkeit des Schönen. - Hinweis auf W. G. Beckers Beschreibungen (in "Das Seifersdorfer Tal", Leipzig und Dresden 1792), welche wie J. F. von Racknitz' "Briefe über die Kunst" (Leipzig 1795) eine gelegentliche würdige Erwähnung in den Horen verdienten, - "La Religieuse" von Diderot scheine nach Herders Auskunft keine sichere Entreprise zu sein, da sie wahrscheinlich bereits übersetzt sei. - Gute Wünsche zur Vollendung von "Wilhelm Meisters Lehrjahren". Das Gedicht "Die Teilung der Erde" werde vielfach G. zugeschrieben, andererseits werde S. häufig für den Autor des "Literarischen Sansculottismus" gehalten - Die Rezension der "Horen" durch C. G. Schütz und A. W. Schlegel (vgl. "Allgemeine Literaturzeitung" 1796, Nr. 4-6) sei in wenigen Wochen zu erwarten.
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