Brief
Von Johann August Sack (26. Dezember 1815)
S. wisse von seinem Freund, dem Staatsminister K. vom Stein, daß sich G. mit Untersuchungen über Kunst und Alterthum am Rheinstrom beschäftige, auf deren Veröffentlichung S. als zwar persönlich unbekannter, aber darum nicht weniger eifriger Verehrer ebenso gespannt warte wie das übrige Publikum. Ein bedeutender Theil des klassischen Bodens, von dem G.s Untersuchung handele, werde seit fast zwei Jahren von S. verwaltet. Daher habe er auch ein dienstliches Interesse an der Schrift. - S. habe in seiner bisherigen Amtszeit auch in schwierigen Zeiten versucht, das Interesse der Bevölkerung für vaterländische Besitzthümer im Gebiet der Kunst nach dem langjährigen Franzosenthum zu wecken. - Vorstellung seiner Ansichten über eine künftige Förderung der Kunst in den Rheinprovinzen: eine zentrale Einrichtung für die altdeutsche, eine für antike oder auf dem Studium der Antiken beruhende moderne Kunst sowie ein wissenschaftlicher Verein, in welchem, unter Leitung und Mitwirkung der Regierung alle interessierten und qualifizierten Rheinländer tätig werden können. Zudem benötigen die Rheinprovinzen eine Universität, die in Bonn am besten gedeihen kann, sowie Seminare für die Priester- und Lehrerbildung. Köln solle eine reich zu dotierende Akademie der altdeutschen Kunst erhalten, Düsseldorf eine für moderne Kunst. Bitte, sich zu den skizzierten Ansichten zu äußern.
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