Brief

Von Johann Friedrich Heinrich Schlosser (16. Dezember 1820)

G. und seine Familie werden die schmerzliche Nachricht vom Tod der Frau seines Bruders erhalten haben (am 4. November; vgl. RA 9, Nr. 468). Dieser sei durch die ungemein liebenswürdige und treffliche Frau einer der glücklichsten Menschen auf Erden geworden und es werde für ihn schwer werden, sich dem Leben wieder mit Heiterkeit zuzuwenden. S.s Frau habe mit der Verstorbenen die erste Freundin ihrer Kindheit verloren. Zur Beruhigung könne S. aber mitteilen, daß es seinem Bruder den Umständen entsprechend gut gehe; er lebe jetzt bei der befreundeten Familie Custine auf deren Landgut in der Normandie. - Die traurige Stimmung habe S. bisher gehindert, G. für die Güte und Freundschaft in Weimar und Jena zu danken; unvergessen werden S. und seiner Frau die dort verlebten Stunden bleiben (vgl. G.s Tagebuchnotizen vom 16. bis 21. Oktober). Möge G. sich noch recht lange an seinen Kindern und Enkeln erfreuen können. - Die für Jena bestimmten Deduktionen (vgl. RA 9, Nr. 373) liegen noch in Frankfurt und werden, auf einzelne Pakete verteilt, an G. adressiert mit dem Postwagen abgesandt. Auf selbem Weg werde eine A. von Goethe versprochene Sendung abgehen. - Empfehlungen von S. und seiner Frau an G. und dessen Familie sowie an die gemeinsamen Freunde und Freundinnen.

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