Brief
Von Karl Friedrich Reinhard (25. Juli 1807)
Über sein Befinden nach dem Gewül der lezten Tage, seinen Besuch beim Prinzen v. Benevent (Talleyrand) und die Unterredung (mit Napoleon). Er habe die Erlaubnis, erst dann nach Paris zu gehn, wenn über seine Wieder-Anstellung etwas entschieden [...] seyn würde. Eine Präfekten-Stelle in einem der vier deutschen Departemente sei in Aussicht gestellt. - Schilderung verschiedener Dresdner Begegnungen und Eindrücke; erwähnt: Herzog Karl August von Sachsen-Weimar, J. F. de Bourgoing, Herzog August von Sachsen-Gotha. Die Dresdner Gemäldegalerie stehe um der italiänischen Stüken willen noch über der Düsseldorfer. Neuigkeiten könne er nicht berichten. R. wolle noch Ausflüge in die Umgebug machen und einen Besuch im Körnerschen Hause. - Von C. de Villers habe R. noch keine Anwort (auf die Bitte, G.s "Farbenlehre" ins Französische zu übersetzen; vgl. R. an Villers, 1807 Juni 28, LA II 4, 143-145). Die von R.s Frau gefertigte Abschrift. von J. A. H. Reimarus' Brief an R. (vom 15. Juli) werde G. beweisen, wie dieser R.s Darstellung aufgefast und mit aller Höflichkeit über G.s Theorien den Stab gebrochen habe. R. zweifelt, ob er mit Villers werde zusammentreffen können; erwähnt: D. v. Rodde. An Talleyrands Tafel habe sich R. mit einem der Sekretäre über G.s "Farbenlehre" unterhalten; dieser beherrsche die newtonische Theorie und sei auf L. S. Mercier zu sprechen gekommen; es blieb doch die Sentenz Les Français connaissent M. Göthe le litterrateur, ils ne connaissent pas M. G. le physicien. - Kritische Auseinandersetzung mit dem 1. Teil von Madame de Staehls "Corinne ou l'Italie" (Paris 1807); Vergleich mit S. F. de Genlis; erwähnt: J. Nekker. - F. Schlegel ist nun wieder in Cölln und beschäftigt sich mit poetischen Übersezungen aus dem Sanscrit ("Indische Gedichte", in: "Über die Sprache und Weisheit der Indier", Heidelberg 1808). A. W. Schlegel" sei mit Madame de Staël nach Coppet zurückgekehrt und habe die "Comparaison entre la Phédre de Racine et celle d'Euripide" (Ruppert 1624) geschrieben. Dies habe R. von eben dem jungen Menschen aus Cölln (S. Boisserée) erfahren, den er für G.s "Farbenlehre" gewinnen wolle. - Reminiszenz an Karlsbad.
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- Euripides
- Newton, Isaac
- Racine, Jean Baptiste
- Necker, Jacques
- Reimarus, Johann Albert Heinrich
- Schlegel, August Wilhelm von
- Körner, Christian Gottfried
- Schlegel, Friedrich von
- Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach
- Staël (S.-Holstein), Anne Louise Germaine de geb. Necker
- Talleyrand-Périgord, Charles Maurice de
- Körner, Christian Gottfried; dessen Familie
- Mercier, Louis Sébastien
- Sachsen-Gotha und Altenburg, Emil Leopold August Herzog von
- Boisserée, Johann Sulpiz Melchior Dominikus
- Genlis, Stéphanie Félicité Marquise de Sillery Comtesse de geb. Ducrest de Saint Aubin
- Villers, Charles François Dominique de
- Reinhard, Christine Friederike geb. Reimarus
- Rodde, Dorothea von geb. Schlözer
- Bourgoing, Jean François de
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