Normalzeugnis Zeugnis
An F. v. Stein 16. 2. 1788 (WA IV 8, 350)
Wenn ich meinem zweiten Fritz etwas zu Liebe thue, so thu’ ich im Herzen es mit um deines Namens willen. Dieser zweite Fritz ist um zehn Jahre älter als du, und eben auch ein vernünftiger Kindskopf ... Er hat mich auch recht lieb. Da er einen erstaunlichen Abscheu für Schnee, Eis u. s. w. und Allem, was nach Norden schmeckt, empfindet (er ist sehr jung nach Rom gekommen), so ist der Abendsegen: „Die Zwillinge sind in der Nähe“, auf seinen Zustand abgeändert worden. Und wenn er Abends bei Tische anfängt einzuschlafen, so wird Folgendes recitirt:
... Unsere kleine Haushaltung geht recht ordentlich. Herr Kayser komponirt die Symphonie, die Lieder und Zwischenspiele zu Egmont. Herr Schütz von Frankfurt malt ein Bild und zeichnet mancherlei. Herr Bury von Hanau, sonst Fritz der Zweite, macht Zeichnungen nach Michael Angelo in der Kapelle Sixtina. Unsre Alte kocht, unser Alter (der Vater von Filippo) schleicht herum, die hinckende Magd schwätzt mehr als sie thut, ein Bedienter, der ein Ex-Jesuit ist, bessert die Röcke aus und wartet auf, und das Kätzchen bringt viele Lerchenköpfe, die oft gegessen werden.
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