Brief

Von Sophia Christiana Johanna von Hendrich (3. Mai 1794)

Dank für G.s Anteil an H.s traurigem Schicksal. Ausführlicher Bericht darüber, wie H. von ihrem Mann F. L. A. von Hendrich ihrer Existenzgrundlage beraubt und von ihrer beider Gut Oberpöllnitz vertrieben worden sei: Nach langwieriger schriftlicher Auseinandersetzung mit ihrem Mann sei H., bei gleichzeitiger Festlegung einer Abfindungssumme für ihren Mann, der ungestörte Besitz von Gut Oberpöllnitz für acht Jahre zugesichert worden. Durch das Überschreiten dieser Abfindungssumme und den heimlichen Verkauf des Gutes Ende 1793 sei gegen den genannten Vertrag und einen zusätzlichen Vergleichsentwurf verstoßen worden. H.s Protest gegen diesen unrechtmäßigen Verkauf habe man in Dresden aufgrund ihres Nießnutz-Kontraktes und ihrer Ehepakte angenommen. Auf einen neuen Vergleichsentwurf habe sich H. zu ihren Ungunsten nicht einlassen können. Daraufhin seien sie und ihre Kinder am 1. Mai 1794 im Gut von gedungenen Leuten Hendrichs überfallen und nach Weimar entführt worden, ohne ihre Papiere oder etwas Kleidung retten zu können. Hoffnung auf strenge Untersuchung des Vorfalls in Kursachsen und auf Unterstützung durch G.

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