Brief

Von Christoph Ludwig Friedrich Schultz (29. Juli 1814)

Dank für das über K. F. Zelter zugesandte Exemplar der "Propyläen"; erwähnt: S.s Familie. - Der 1. Teil der "Farbenlehre" habe großen Eindruck auf S. gemacht, und er habe selbst praktische Experimente dazu unternommen. Bislang seien die Resultate aber noch wenig bemerkenswert. Die Rückkehr des Hofs nach Berlin (Einzug des Königs am 7. August) lasse S. noch weniger Zeit für weitere Versuche. Die physiologische Optik sei S.s eigentlicher Untersuchungsgegenstand, die physicalische Optik nur ein Hilfsmittel. Nach redlichster Prüfung sei G.s Darstellung der Farbenentstehung [...] die einzig entsprechende, mit der S. übereinstimme. Die Feinde der "Farbenlehre" gingen ungeschickt und schülerhaft vor, besonders C. H. Pfaff (in "Über Newtons Farbentheorie") Zunächst habe S. eine Kritik gegen die vornehmthuenden Physiker, die G. kritisierten, schreiben wollen, halte dies aber nun für überflüssig, da G.s Theorie sich ohnehin durchsetzen werde. S. hoffe, der Ausbreitung der "Farbenlehre" förderlich sein zu können sowie diese durch seine Studien zu bereichern.

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