Brief
Von Karl August Herzog von Sachsen-Weimar und Eisenach an Friedrich August III. Kurfürst von Sachsen (27. Juli 1796)
Übersendung des Berichtes J. L. von Bechtolsheims vom 25. Juli 1796 über dessen Verhandlungen mit J. R. von Bischoffwerder. Daraus sei ersichtlich, daß man in Berlin die Erlangung der Neutralität für die sächsischen Länder durch Vermittlung des preußischen Königs für erreichbar halte. Der Kurfürst möge die Wohltat eines Neutralitätsabkommens mit den Franzosen für das Volk bedenken und sich den diesbezüglichen Wünschen der verwandten Herzöge nicht verschließen. - Sachsen und Thüringen seien zur Verteidigung des Vaterlandes bereit; jedoch könne man versuchen, durch weniger grausame und gefährliche Mittel die Schrecken des Krieges fernzuhalten. - S. habe G. von Rechten angeraten, die vom Kurfürsten befohlene Ziehung des Kordons zwischen Kreuzburg und Arnstadt bis auf weitere ausdrückliche Befehle desselben zu verschieben. - Eröffnung, daß S. zur Sicherung seines Landes sich bereits an den König von Preußen um Vermittlung gewandt habe und in einigen Tagen Antwort erwarte. Von dem erbetenen Mediationsbrief an die französische Generalität wolle er nur dann Gebrauch machen, wenn der Kurfürst doch zu den Waffen greife. Auch werde S. nichts unternehmen, bevor er nicht mit dem Kurfürsten über die Verwendung dieses Schutzes konferiert habe. Der Kurfürst werde die moralische Verpflichtung S.s seinem Lande gegenüber einsehen. - Zu vorstehender Mitteilung seiner geheimsten Schritte sei S. nicht zuletzt durch die Anwesenheit mehrerer kursächsischer Untergebener veranlaßt, die dem Kurfürsten die Vorgänge zwischen Eisenach und Pyrmont hinterbringen würden. S. wolle einer Fehleinschätzung zuvorkommen und unterstelle seine Handlungen vertrauensvoll der Beurteilung des Kurfürsten. - Über den Stand der kaiserlichen und der feindlichen Truppen sowie über die Lage einzelner Städte. Im Stato Ristretto Nr. 115 vom 25. Juli 1796 heiße es, die Franzosen würden nicht nur im fränk. Kreiß auch durch den hennebergischen Kreiß in Sachsen vordringen. Dieser Zeitungsmeldung möge der Kurfürst seine Aufmerksamkeit schenken, um Konsequenzen ziehen zu können. Von seinen Offizieren werde er weitere Einzelheiten darüber erfahren.
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