Brief
An Caroline Sartorius (21. Juni 1809)
Es ist sehr wohl gethan wie gedacht, daß unsere schönen Freundinnen uns gegenwärtig köstliche Beutel verehren: denn da wir sämmtlich weder Gold noch Silber mehr in den Schatz legen, so ist doch etwas vorhanden, wenn die Beutel selbst als Schatz angesehen werden können. Haben Sie recht vielen Dank für das gütige Andenken, das nicht in die Gefahr kommt durch den Gebrauch zerstört zu werden.
Der Besuch von Göttingen war mir sehr erfreulich und die Gegenwart des Herrn Hofrath Hugo erinnerte mich an manche frühere gute Stunden. Empfehlen Sie mich den sämmt lichen Herrn zum allerschönsten.
Auch Frau Geheimräthin Loder sagen Sie meine besten Grüße. Herr von Ende, der mit der Erbprinzeß Hohheit zurück gekehrt ist, hat ihren Herrn Gemahl in Moscaw gesund und froh verlassen. Ein Shawl und eine Kiste Thee sind noch un terwegens weil ein Brankard zurückgeblieben. So bald sie hier ankommen, sollen sie nach Göttingen spedirt werden.
Nehmen Sie beyliegendes kleine Gedicht freundlich auf und lesen es in Ihrem Zirkel hübsch nachdrücklich vor. Eine Bitte an Ihren Herrn Gemahl findet sich auf dem zweyten Blatt. Erhalten Sie mir ein freundliches Andenken. Goethe Weimar den 21. Juny 1809.
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