Normalzeugnis Zeugnis
Italienische Reise. 1. 6. 1787 (WA I 31, 271)
Der Lohnbediente, welcher mir den ausgefertigten Paß zustellte, erzählte zugleich, meine Abreise bedauernd, daß eine starke Lava, aus dem Vesuv hervorgebrochen, ihren Weg nach dem Meer zu nehme; an den steileren Abhängen des Berges sei sie beinahe schon herab und könne wohl in einigen Tagen das Ufer erreichen ...
Auch meine Dankbesuche waren nicht ohne Freude und Belehrung, man zeigte mir noch manches freundlich vor, was man bisher verschoben oder versäumt. Cavaliere Venuti ließ mich sogar noch verborgene Schätze sehen. Ich betrachtete abermals mit großer Verehrung seinen obgleich verstümmelten doch unschätzbaren Ulysses. Er führte mich zum Abschied in die Porzellanfabrik, wo ich mir den Hercules möglichst einprägte und mir an den campanischen Gefäßen die Augen noch einmal recht voll sah.
Wahrhaft gerührt und freundschaftlich Abschied nehmend vertraute er mir dann noch Zuletzt, wo ihn eigentlich der Schuh drücke, und wünschte nichts mehr, als daß ich noch eine Zeitlang mit ihm verweilen könnte. Mein Banquier, bei dem ich gegen Tischzeit eintraf, ließ mich nicht los.
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