Brief
Von Johann Heinrich Meyer (21. Februar 1789)
Des Lebens in Neapel überdrüssig geworden, sei M. mit seiner livländischen Schülerin (? von Grote; vgl. RA 1, Nr. 352), die er im Zeichnen unterweise, und deren Mutter nach Rom gegangen. Auch hoffe er dadurch auf engere Verbindung zu Herder, den er sehr schätze. Augenblicklich befinde sich M. in einem kranken Gemüthszustand, der verstärkt worden sei durch eine abschlägige Antwort aus Zürich (vgl. RA 1, Nr. 335). - Carraceis "Pieta" habe Bury sehr gut restaurieren lassen. Die Vorbereitung zur Übersendung des Bildes an G. sei im Gange. - Vor allem wolle er melden, daß ihm ein Brief G.s an Kniep, den er von Bury erhalten habe, abhanden gekommen sei (vgl. aber RA 1, Nr. 346). Knieps "Grotte von Bonca", die Kniep in G.s Namen Herzogin Anna Amalia überreicht habe, sei vortrefflich gelungen. - Seine eigene nunmehr fertige Zeichnung "Odysseus und Nausikaa" wolle M., ehe er sie G. schicke, erst Herder zeigen. - Mitteilung seiner römischen Adresse.
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