Brief
Von Marianne Meyer (Eybenberg) (20. März 1798)
M. trage so viele Wochen G.s herrlichen Brief mit der köstlichen Elegie ("Amyntas", in: "Musenalmanach" für 1799) in der Tasche, ohne gedankt zu haben. Infolge sehr vieler und lästiger gesellschaftlicher Verpflichtungen habe M. nicht eher antworten können. - Überschwenglicher Dank für das, über jeden Ausdruck des Lobes erhabne, Gedicht, das sie gemeinsam mit Prinz Heinrich XIV. von Reuß-Greiz, K. F. von Berg und R. Levin genossen habe. Schwärmerisches Lob dieser Göttlichen Elegie. - Gedanken zu K. G. von Brinckmanns Besuch in Weimar. Brinckmann spreche viel von G., ohne ihn eigentlich ganz zu faßen. In seinen Schilderungen stelle sich Brinckmann so sehr in den Mittelpunkt, daß seine Erzählung oft ungenießbahr werde. - M. entwirft die Situation, daß sie bei G. sitze und sich mit ihm unterhalte, aber seine Stimme nicht höre. - Übersendung der versprochenen Abschrift des Briefes von K. L. Reinhold (vgl. RA 2, Nr. 1326), die als Vorrede zu dem Entwurf, den sie G. mitgeteilt habe ("Über die Grundbegriffe und Grundsätze der Moralität", 1798), dienen könne. - J. F. F. Fleck fühle sich durch G.s Aufoderung nach Weimar zu kommen [...] unendlich geschmeichelt und werde versuchen, es im Herbst für einige Zeit einrichten zu können. - Ihre Berliner Existenz befriedige M. nicht, obwohl sie von der Gesellschaft freundlich aufgenomen worden sei. - Über M.s Bekanntschaft mit F. Schlegel. Positives Urteil über Jean Paul, mit dem sich M. noch immer viel beschäftige. Hervorhebung des "Hesperus". Es sei erstaunlich, wie Jean Paul durch Intuition und tiefere Ahnung die ihm fehlende praktische Weltkenntnis ersetze. Er soll ein äußerst Jovialer Mann sein, dessen heitere Laune [...] ihn zu einem sehr angenehmen Gesellschafter mache. M. werde ihn wahrscheinlich in diesem Frühjahr bei der Gräfin A. von Münster sehen. - Wenn M. im Sommer wieder zur Kur nach Pyrmont müsse, werde sie über Weimar reisen, falls G. anwesend sei. Sie hofft, die Bekanntschaft J. H. Meyers zu machen. - Frage, ob G. den ihm zugesandten Kaviar erhalten habe. - Gegen Kant seien F. Nicolais Schrift "Leben und Meinungen Sempronius Gundiberts, eines deutschen Philosophen" (1798) und die von ihm herausgegebenen "Neun Gespräche zwischen Christian Wolff und einem Kantianer" (1798) gerichtet.
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- Berg, Karoline Friederike von geb. von Haeseler
- Brinckmann, Karl Gustav von
- Fleck, Johann Friedrich Ferdinand
- Friedrich Nicolai
- Immanuel Kant
- Johann Heinrich Meyer
- Münster (M.-Meinhövel), Amalie Isabelle Johanne Charlotte Gräfin zu geb. v. Ompteda
- Reinhold, Karl Leonhard
- Reuss-Greiz, Heinrich XIV. Prinz von
- Richter, Johann Paul Friedrich
- Schlegel, Friedrich von
- Wolff, Christian von
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