Normalzeugnis Zeugnis
Friederike Brun, Notiz zu Goethes Stammbucheintragung ‚Bey Tag der Wolcken form-umformend Weben‘ (Dt. Rundschau 123, 240)
Goethe und ich sehen uns täglich in Carlsbad und er war dort mein höchstes Interesse, aber ihn bitten, in mein Tagebuch zu schreiben? Unmöglich. Als er dieses am dritten Orte bei einer gemeinschaftlichen Freundin sieht, blättert er darin und sagt mir: „Es steht so mancher Narr drin, soll der Goethe nicht hinein?“ – „Ach nur zu gerne! Darf ichs senden?“ – Ja! ich thats; nach acht Tagen bringt er mirs wieder: „Liebes Frauchen, hätten Sie mich gleich einschreiben lassen, Sie hätten was recht schönes hinein bekommen, – aber nun ists entflogen, aber ich schicke es einmal!“ und dabei sagt er mir, er könne selten dergleichen, wenn er gerade wollte, und schreibe daher oft mit Bleistift.
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