Brief

Von Friedrich Schiller (22. September 1797)

Dank für die Übersendung des Gedichts "Der Edelknabe und die Müllerin" ("Musenalmanach" für 1799), das wie jede gute Poesie, ein ganzes Geschlecht neuer Gedichte in sich berge. - Den Eindruck, den "Hermann und Dorothea" auf J. H. Dannecker und G. H. Rapp gemacht habe, hätte S. gern beobachtet. Er sei jedoch sicher, daß der Herrmann schlechterdings über alle diese Subjectivitäten triumphieren werde. - Das "Lied von der Glocke" ("Musenalmanach" für 1800) bleibe weiter liegen, es müsse erst seine wahre Reife erhalten. S. kündigt den "Musenalmanach" für 1798 an mit seiner neuen Ballade "Der Gang nach dem Eisenhammer". Er hoffe, daß G. mit der nach seinen Vorschlägen geänderten Ballade "Die Kraniche des Ibykus" zufrieden sei. - Obwohl Kants Schrift "Verkündigung des nahen Abschlusses eines Traktats zum ewigen Frieden in der Philosophie" ("Berlinische Monatsschrift, 1796) inhaltlich nichts eigentlich neues bringe, habe sich S. dennoch über die darin enthaltenen treflichen Einfälle gefreut. Partielle Zustimmung zu G.s Meinung über J. G. Schlossers Haltung in dieser Angelegenheit (vgl. Schlosser "Zweites Schreiben an einen jungen Mann", Ruppert 3123). Andererseits könne man bey allen Streitigkeiten, wo der Supernaturalism von denkenden Köpfen gegen die Vernunft vertheidiget wird, in die Ehrlichkeit ein Mistrauen setzen. - Von den schönen Herbsttagen in Jena. Zweifel, ob G. seine Reise nach Italien werde fortsetzen können.

Bezüge im Wissensnetz

Beilage zu (1)

GZP-Knowledge-Graph

Hat Sprache (1)

GZP-Knowledge-Graph
  • Deutsch

Wurde abgesendet von (1)

GZP-Knowledge-Graph

Wurde gesendet an (1)

GZP-Knowledge-Graph

Wurde abgesendet aus (1)

GZP-Knowledge-Graph

Kategorie (1)

Weitere Quellen
  • Brief und Korrespondenz

Wird angeführt von (1)

GZP-Knowledge-Graph

Hat Zeitspanne (1)

GZP-Knowledge-Graph

Teil von (1)

Weitere Quellen
Cookie-Einstellungen