Brief

Von Georg Wilhelm Friedrich Hegel (15. September 1822)

Dank für die Übersendung des Heftes "Zur Naturwissenschaft überhaupt" I 4, die darin enthaltenen Anregungen und besonders für den Abdruck seines Briefes (RA 9, Nr. 705) unter dem Titel "Neuste aufmunternde Teilnahme" (Kap. 21 unter "Physische Farben"). - H. freue sich, L. von Henning zum Einstudiren in die Farbenlehre aufgemuntert zu haben und daß G. diesem für eine neue Ausgabe seiner Werke die Redaktion seiner chromatischen Schriften anvertrauen wolle. Henning werde G. bei seinem Besuch (vgl. G.s Tagebuchnotiz vom 18. Oktober) weiteres selbst erzählen und auch H.s Ansicht von der Wirkungsweise des Prismas darlegen. Zustimmende Bemerkungen H.s zu G.s Ausführungen über das Schema der Farben S. 241 (G. "Auge empfänglich und gegenwirkend"), das C. L. F. Schultz ihm gezeigt habe. Gelb und Blau, Rot und Grün seien nicht quantitative Verschiedenheiten, sondern qualitative Extreme. - H. lege zwei Aufsätze über das Doppelsehen und über ein Experiment C. H. Pfaffs bei, die aus Unterhaltungen mit Schultz und Henning (und K. E. Schubarth; vgl. RA 9, Nr. 1184 und RA 9, Nr. 1441) vom vorigen Winter hervorgegangen seien. Einen dritten, der gleichfalls ein Pfaff-pfäffisches Experiment betreffe, habe er aus Zeitmangel nicht mehr redigieren können. Das Experiment beziehe sich auf S. 454 ff. in G.s "Farbenlehre" über Newtons 2ten u. 8ten Versuch.

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