Brief

Von Johanna Neumann (21. November 1824)

N. sei in Mannheim geboren und von J. Ledenbaur und dessen Frau erzogen worden, denen sie auch ihre Bildung verdanke. Die Heirat mit P. S. Neumann habe es ihr ermöglicht, ihren Neigungen nachzugehen und einen Teil ihrer Zeit jenen Beschäftigungen zu widmen, die [...] die größte Freude ihres Lebens ausmachten. H. J. von Collin habe in ihr eine glückliche Anlage zur Schriftstellerei entdeckt und geraten, sie auszubilden. Ihr Wunsch sei es gewesen, sich in den verbergenden Mantel der Anonymität zu hüllen, wie es B. Naubert getan habe. So schreibe N. seit 1821 unter dem angenommenen Namen Satori für die "Wiener Zeitschrift", die "Abendzeitung", die Elegante (? "Zeitung für die elegante Welt") sowie für den "Ährenleser" und korrespondiere mit den Redakteuren dieser Zeitschriften (C. Kuffner und J. K. Bernard, K. Winkler, M. Müller und J. K. Alberti). Nur Winkler kenne ihre wahre Identität. N. überreiche beiliegenden Roman ("Valerie"), für den sie sogleich einen Verleger gefunden habe (W. T. Lohde). Bitte an G., dieser Schrift in "Über Kunst und Altertum" zu gedenken. Sie hoffe auf ein paar eigenenhändige Worte G.s, die sie ihren Kindern noch als werthes Andenken hinterlassen wolle. Ferner werde sie später das von ihr herausgegebene Taschenbuch "Feldblumen" übersenden, sobald die zugehörigen Abbildungen mit dem Bildnis der Kronprinzessin Elisabeth von Preußen und des Schlosses Marienburg fertiggestellt seien (Lithographien von C. Siegmund, die letzteren nach J. F. Fricks Kupfern).

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