Brief

Von Johann Isaak von Gerning (1. April 1816)

Vorfreude auf einen Besuch G.s im Sommer; oft sei seiner gedacht worden mit und bey K. vom und zum Stein, J. J. Willemer, dem Prätor (? M. von Günderrode), (J. J. G. oder A. U. K.) von Holzhausen, Sa v Hombg (? Landgräfin Karoline von Hessen-Homburg), F. und A. Brentano, G. F. und M. von Guaita, H. C. von Gagern, F. J. und D. von Hendrich pp; erwähnt: Schlossers. - G.s neuestes Werk über diese heimatlichen Gefilde ("Kunst und Altertum in den Rhein- und Maingegenden") sei noch nicht eingetroffen, aber man habe durch das "Morgenblatt" einen guten Vorgeschmack erhalten (vgl. G.s Anzeige in Nr. 60-62); Dank für Gernings Erwähnung (vgl. WA I 49. 1, 10). Gernings Gemäldesammlung sei stattlich vermehrt worden; Kunstbeschauungen und diplomatische Gesellschaften erfreuten uns öfter. - Über die neue Verfassung Zankfurts sei Manches geschrieben und gedruckt worden, was für G. bereitliege. Auch Gerning habe ein, die Befriedigung aller Theile bezweckendes, Monitum verfaßt. In einigen Zeitungen sei oft irrig und einseitig geschrieben worden. Über den Schulzwist zwischen F. und C. Schlosser und Guaita wolle Gerning mündlich berichten. - Bitte um das niedliche Bild Frankfurts (eine von R. Städel nach A. Radl radierte Ansicht Frankfurts von der Gerbermühle aus), auch für A. Brentano, die für die Erwähnung in den Couriositäten danke (vgl. A. Vulpius "Das Stammbuch der Stammbücher", in: "Kuriositäten der physisch-literarisch-artistisch-historischen Vor- und Mitwelt" 1816, St. 1.; vgl. auch RA 6, Nr. 1270). - Herzogin Luise von Nassau habe Gerning bereits im Februar ihre Empfehlung und Einladung für G. aufgetragen, aber nach dem Tod von Herzog Friedrich August werde Biebrich wohl diesen Sommer nicht so belebt sein, da auch Herzog Wilhelm zunächst in Weilburg bleiben wolle; erwähnt: die geplante diplomatische Rheinreise mit Graf K. F. Reinhard und anderen Freunden. - Das Museum in Wiesbaden ist noch verschoben, kann aber wohl nun statt finden. - Gernings Insecten würden hoffentlich bald nach Wien gebracht, nachdem der Direktor des Naturalienkabinetts (K. von Schreibers) sie bereits im vergangenen Jahr begutachtet habe. - Willemer habe sich mit seinem TheaterErbfeinde J. P. Leerse dramatisch versöhnt. - Vorfreude auf das (von L. Seidler auszuführende) Gemälde des heiligen Rochus (für die Rochuskapelle in Bingen). - Die Eubinger Vase (vgl. G. an C. von Goethe, 1815 September 27, WA IV 26, Nr. 7176) stehe wohl auf ihrem Dreyfuße. - Empfehlungen an G.s Familie.

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