Brief
An Johann Friedrich Reichardt (18. Oktober 1789)
Es ist nicht erlaubt daß ich Ihnen seitdem ich Claudinen erhalten nicht geschrieben habe, noch unerlaubter ist es aber daß ich von der übersendeten Claudine noch keine Note gehört habe.
Der Vagabund ist weg und mein Leben war bißher sehr zerstreut, nun da ich zur Ruhe komme hoffe ich durch Fr Oertel etwas zu vernehmen.
Der Druck des Tasso ist durch einen Calender verspätet worden, ich bin nun an Faust; sobald ich diesem Fragment eine Gestalt gegeben habe, soll Conte di Rostro an die Reihe kommen.
Claudine kann auf unserm Theater nicht gegeben werden, disponiren Sie daher über die Partitur die ich in Händen habe.
Dieses Vierteljahr wird unruhig, ich verändre mein Quartier. Leben Sie wohl und lassen mich manchmal von Sich hören. W. d. 18 O. 89.
Goethe
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