Brief

An Johann Friedrich Heinrich Schlosser (15. Februar 1811)

Wohlgeborner, Insonders hochgeehrtester Herr, Aus Ew. Wohlgebornen freundlichem Schreiben habe ich mit Vergnügen ersehen, daß das Gemälde glücklich u wohlbehalten in Frankfurt angelangt ist u daß ich meinen Wunsch einigermaßen erreicht habe, Ihnen für so viel Liebe Güte u Treue auch endlich einmal etwas Erfreuliches zu erzeigen. Möge mein Andenken immer unter Ihnen und den Ihrigen wohnen, wie wir das Ihrige unter uns lieb u werth haben. Die mir anvertrauten Bücher sende mit Dank zurück. Besonders enthielt die Ausgabe in Quart zu meiner Freude auch die kleineren Schriften des Telesius u das Büchelchen de colorum generatione, worauf es mir hauptsächlich ankam. Nicht weniger war mir die Dissertation erwünscht, welche sehr gründlich u gut geschrieben mich mit den Schicksalen dieses Mannes u seinen Werken näher bekannt machte. Ich lege einen Brief van Herrn Vogt bey, um für seine bey dieser Gelegenheit gehabte Bemühung mich dankbar zu erzeigen. Der Kasten mit Scripturen ist auch schon längst glück lich angekommen u das dabey befindliche Mscpt erinnerte mich an vergangene heitre Tage. Es ist von der Hand der Fräulein Göchhausen, welche Hofdame bey der Herzoginn Mutter Durchlaucht war, u mit meiner Mutter mehrere Jahre im Briefwechsel stand. Wahrscheinlich komme ich bald in den Fall, Ew. Wohlge bornen Gefälligkeit abermals anzurufen, indem ich mir theils Nachrichten, welche das Leben von abgeschiedenen Frankfurtern betreffen, theils die Mittheilung von gewissen sogenannten Francofurtensien erbitten wollte, da ich mir verschiedenes aus früherer Zeit ins Gedächtniß zurückrufe u theils das Andenken mancher bedeutenden Individualitäten, theils kleiner Begebenheiten, die nicht ohne Folge geblieben sind, wo nicht der Welt, doch wenigstens den Meinigen erhalten wünschte. Näch stens nehme ich mir die Freyheit hierüber etwas bestimmtes zu äußern. Anstatt jenes, oben erwähnten Briefes an Herrn Vogt lege ich ein Paket an denselben bey, u bitte, da ich wegen seines Titels ungewiß bin, die Adresse gefällig darauf zu setzen, u es ihm sodann zu übersenden. Mit vielen herzlichen Empfehlungen von den Meinigen unterzeichne ich mich wie immer Ew Wohlgeb Weimar den 15 Februar 1811. verbundenster JWvGoethe

Bezüge im Wissensnetz

Antworten darauf (1)

GZP-Knowledge-Graph

Hat Sprache (1)

GZP-Knowledge-Graph
  • Deutsch

Wurde abgesendet von (1)

GZP-Knowledge-Graph

Wurde gesendet an (1)

GZP-Knowledge-Graph

Wurde abgesendet aus (1)

GZP-Knowledge-Graph

Wird angeführt von (1)

GZP-Knowledge-Graph

Hat Zeitspanne (1)

GZP-Knowledge-Graph

Kategorie (1)

GZP-Knowledge-Graph
  • Brief und Korrespondenz

Teil von (1)

GZP-Knowledge-Graph
Cookie-Einstellungen