Brief
Von Bettina Brentano (Arnim) (vor 29. Januar bis 1. Febraur 1809)
Arnim war glücklicher als ich, da er im vorigen Jahr liebreich von G. empfangen wurde. Seit mehreren Wochen sei sie in München, treibe Musik sowie Gesang mit P. Winter und verbringe ihre freien Stunden am Krankenlager L. Tiecks. Das Münchner Menschenwesen sei ihr zuwider; sie meide selbst die Jacobische Himmelsleiter (Anspielung auf Jacobis Sittenlehre); erwähnt: Lene und Lotte Jacobi. An den Festen des Karnevals nehme sie wenig Anteil. Nur der Kronprinz (Ludwig von Bayern) scheine etwas orginel geistreiches zu haben. - Das Frühlingswetter habe B. in den Englischen Garten hinausgetrieben. Reflexionen über ihre Liebe zu G.: es liegt mir an Allem nichts, aber daran liegt mir, daß ich um Dich nicht betrogen werde [...]. - Während ihres Aufenthalts in Landshut habe sie alle nahe und ferne Berge bestiegen. Erinnerung an einen Sommerausflug mit Arnim nach Köln und Godesberg; Erwähnung des Kölner Doms und des Siebengebirges. - Beschreibung des Muschelbrunnens von P. Candid im Grottenhof des Münchener Schlosses. - Grüße an Christiane, an die sie eine kleine Schachtel (mit Halskette und Halstuch) geschickt habe. - Angabe ihrer Adresse: Landshuth bei Savigny.
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