Brief

Von Friedrich Heinrich Jacobi (5. bis 6. Juli 1796)

1796 Juli 5 Die Anwesenheit der Familie J. G. Schlosser, die auf der Reise nach Eutin vom 14. bis 21. Juni in Wandsbek weilte, und der Tod von M. Claudius' Tochter Christiana hätten J.s Antwort verzögert. - Wiederholung seiner Einladung nach Wandsbek; Dank für die Idylle "Alexis und Dora", die auch Claudius und J. G. Schlosser gefallen habe. - J.s Tochter Klara habe ihren Vetter L. A. von Clermont geheiratet. Max Jacobi habe den Winter in Edinburgh zugebracht, wo er wieder nicht genug zu lernen fand, und befinde sich jetzt in London. Er hat mich dergestalt herum geführt, daß ich ihn fast allein muß walten laßen. J.s Sohn Georg sei nach dem Tode seiner Frau eine zweite Ehe mit M. L. Brinckmann eingegangen. - J. glaubt seine eigene Toleranz in der Gestalt des Stiefbruders in "Wilhelm Meisters Lehrjahren" wiedergegeben. - Wie treibst du's mit Herder? Ich habe lange, lange nichts von ihm gehört. - Fichte habe ihm seine "Grundlage des Naturrechts" (Ruppert 2752) geschickt. J. bittet dringend, ihn zu grüßen, auch Schiller, C. W. Hufeland und C. G. Schütz. Gern hätte er Weimar und Dresden besucht. Dank für die Ankündigung des 2. und 3. Bandes von "Wilhelm Meisters Lehrjahren"; Erwartung des 4. Bandes. 1796 Juli 6 G.s Paket empfangend, dankt J. für "Wilhelm Meister" sowie für die Zueignung (eine handschriftliche Widmung).

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