Brief
An Friedrich von Müller (10. Oktober 1819)
An Friedrich Theodor Adam Heinrich v. Müller.
Ew. Hochwohlgeboren
erhalten hiebey das Adoptionsinstrument in multuplo, einen Theil sogar blanquettweise, um nach Belieben und Einsicht die Familie zu vermehren.
Der Kranz ist freylich sehr schön und hätte wohl einige Festlichkeit verdient, welche wir nachbringen können, indem wir ihn selbst feyern, wie es mit dem Kreuze geschieht, ohne daß eben der Märtyrer daran geheftet sey; dadurch erhält er eine allgemeine Bedeutung und kann, wie der Becher, rings um die Tafel gehen.
Verlangen Sie noch einige Namen von meiner Hand geschrieben; so bitte sie zu verzeichnen.
Das Gedicht zum Kranz ist wirklich recht brav, ein Blättchen für den Verfasser liegt gleichfalls bey.
Die politische Sendung ist freylich gewichtigen Inhalts, ob einem gleich bey'm Gedanken an die Ausführung schwindelt. Man darf hier wohl an Wielands Worte denken:
So etwas fordert man nur an der Spitze
Von dreymal hundert tausend Mann.
An denen es in gegenwärtigem Falle freylich nicht zu fehlen scheint.
Das angekündigte Erfreuliche soll mir höchst willkommen seyn.
Nächstens das Mehrere.
treulichstGoethe.
Jena den 10. October 1819.
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