Brief

Von Johann Jakob von Willemer (1. Dezember 1824)

Die Übersendung der "Leiden des jungen Werther" (Jubiläumsausgabe zur 50. Wiederkehr der Erstausgabe) mit den begleitenden Zeilen (vgl. G.s Tagebuchnotiz vom 10. November) habe J. von Anstett mehr erfreut als die Verleihung des Alexander-Newski-Ordens durch Zar Alexander I.; erwähnt: ein kostbares Futeral, das Anstett für das Buch anfertigen lasse. - Zurzeit sei mit L. van Panhuys, Schwester der Fräulein von B.. der im Werther gedacht ist (C. von Oetinger), eine weitere Person in Frankfurt, die ein solches Geschenk von G. verdiene. Panhuys habe während ihres zweimaligen Aufenthalts in Surinam die dortigen pflantzen, Blumen und Insecten in einer Qualität gemalt, die S. Boisserée über die der berühmten Merian stelle. Diese Werke (und ihre Naturaliensammlung) würden, wie G. dem "Morgenblatt" (1824, Nr. 170) habe entnehmen können, künftig in der Senkenbergischen Stiftung aufbewahrt. Panhuys sei zudem der tägliche Umgang W.s und der Frau v Anstett und außer M. von Willemer die eintzige Frau bey der ich meine Zeit nicht verliehre wenn ich sie besuchte. Bitte um ein ähnliches Geschenk für die Malerin, die es glücklich machen würde, ein paar Zeihlen von G.s Hand zu besitzen; W. wolle der Überbringer sein. - M. von Willemer leide an Nervenschwäche und könne daher nicht schreiben.

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