Tagebucheintrag

Reisetagebuch Italien 1786, 13. Oktober 1786

d. 13. Octbr. Nun meine liebste muß ich schließen. Morgen geh ich ab, und dieses Packet auch. Des Sehens bin ich müde und überdenke mirin der Stille das Vergangne und was bevorsteht. So viel ich geschrieben habe; so bleibt doch viel mehr inn Sinnezurück, doch ist das meiste angedeutet. Uber die Nation selbst und das pro und contra aller Nationenunter einander, über den Grund karackter und die Hauptexistenzvon dieser; über das Leben der Vornehmern, ihre Wohnungen, Art zu seyn pp darüber mündlich wie über manchesandre. Mir sey jezt genug dir mit Freuden alles zu schicken was ich aufdem Wege aufgerafft habe, damit du es selbst beurtheilest undmir zum Nutzen und Vergnügen aufbewahrest. Die erste Epoche meiner Reise ist vorbey, der Himmel segne die übrigen und vorallen die letzte die mich wieder zu dir führen wird. Die Beylagen und Zeichnungen hab ich in den Kasten gethander den Kaffee bringen wird. Es ist der ausgesuchteste vonAlexandrien den man hier haben kann. Du erhälst 25 ℔ davon gieb 5 der regier. Herzoginn mit den schönsten Empfehlungenund 5 an Herders das übrige behalte für dich. Schmeckt er; sokann ich mehr verschaffen. Lebe wohl. Ich schließe ungern. Wenn alles recht geht; so erhälstdu dieses vor Ende Oktobers und das Tagebuch der zweyten Epoche sollst du Ende Novembers haben. So werd ich dir wiedernah und bleibe bey dir. Lebe wohl. Grüse die Deinigen. Ich binfern und nah der Eurige. G.

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