Normalzeugnis Zeugnis

Berczy an Goethe 20. 7. 1788 (*SchrGG 58, 117; GSA)

Ich säume also keinen Augenblick meinem Verlangen ein Genüge zu thun um Ihnen schriftlich dasjenige zu sagen was ich wünschte daß Sie es aus meinem und meiner Frauen Betragen mögten errathen haben, nemlich wie werth und schäzbar uns das Glück war Sie kennen zu lernen und einige wenige Augenblicke mit Ihnen zu verleben, und wie sehnlich wir beide wünschen jederzeit, mit jenem warmen Gefühl, das Sie so gut zu schildern wissen, in Ihrem Andenkken zu leben. Versagen Sie uns dieses Vergnügen nicht – Sie können es nicht, ein Mann der So wie Sie zu fülen und zu lieben weiß kennet zu wohl wie nothwendig es zum Glücke empfindsamer Geschöpfe ist von verehrungswürdigen Menschen geschäzt zu werden ... Wenn Sie uns lieben wie ich mir schmeichle so bitte ich Sie in jeder Gelegenheit unumschränckt mit mir zu befehlen so wie Sie es mir versprachen.

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