Brief
An August Wilhelm Iffland (zwischen 2. September und 9. Oktober 1796)
Sie können, verehrter Freund, versichert seyn daß ich das druckende in Ihrer gegenwärtiger Lage, völlig mit Ihnen fühle. Ein rechtschaffner Mann der Rücksichten als Gatte und Freund zu nehmen hat, und der im Begriff steht einen Entschluß wegen seines künftigen Lebens zu fassen und zwischen zwey so verschiedenen Situationen zu wählen, muß, wenn er dabey noch Ihr empfindliches und liebevolles Herz hat, sich in einer sehr peinlichen Lage befinden. Wir sind unter diesen Umständen weit entfernt lebhafter in Sie zu dringen um so mehr als der Termin den Sie zu Entscheidung der Sache festsetzen nicht gar weit entfernt ist. Was wir Ihnen anbieten können, und Ihnen so gerne anbieten wissen Sie, so wie unsere übrigen Verhältnisse und Gesinnungen. Indessen lernen Sie ja auch wohl, / jenes Terrain kennen, und Ihrer Einsicht entgeht es nicht was Sie zu wählen haben. Seyn Sie versichert daß der Wunsch Sie glücklich zu wissen bey uns eben so lebhafft ist als der Wunsch Sie zu besitzen, und daß, Ihre Wahl falle aus wie sie wolle, Sie sich hier eine fortdauernde allgemeine Achtung und die Freundschafft derer die Sie näher kennen lernten, erhalten werden.
Leben Sie recht wohl und erfreuen Sie mich bald, wenigstens mit der Nachricht daß Ihre Krankheit von keinen Folgen gewesen ist. Ich bin mit ausgezeichneter Hochachtung und Freundschaft
Ihr
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