Brief

An Heinrich Christian Boie (4. Juni 1774)

Ich habe einen Brief von Schönborn, vom 16 Apr. aus Algier, der mich sehr gefreut hat. Er enthält eine umständliche Beschreibung seiner Reise und des was für mich merckwürdig seyn konnte. Der H. Ziegler hat noch keine Anweisung das Geld quaest . zu zahlen. Auch bitt ich sie mir zu melden: was von dieser Summe für Götz ist? denn das ist alleine mein, wie das übrige allein Mercken gehört. Ich begreiffe nicht wie Wiel. sich über die Farce so ungebärdig stellen konnte. Dass ich eine Schandschrifft auf die Jakobi gefertigt habe ist wahr, allein gedruckt ist sie nicht, soll auch nie aus meinen Händen kommen. Wie denn die Farce nie gedruckt worden wäre, wenn ich sie nicht Freunden kommunizirt hätte. Von kleinen Sachen hab ich gar nichts, und was ich habe ist so ungezogen, dass es sich in Taschenformat und verguldt aufm Schnitt nicht darf sehn lassen. Was ich sonst gefertigt habe will ich ehstens in's Publikum sprengen Schreiben Sie mir doch wie das Stück der Hofmeister ein Lustspiel aufgenommen worden. Leben Sie wohl, und wenn Ihre Freunde was auszeichnendes produziren, lassen Sie mich auch Theil dran nehmen. am 4 Juni 1774. Goethe.

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