Normalzeugnis Zeugnis
F. A. Wolf (Morgenblatt 25. 4. 1823)
Vor einem neuen Bildniß Goethe’s, von dem Maler Franck zu Berlin aufgestellt ...
Den Verfasser überraschte, da er eben solch einer Freude höchst bedürftig war, dieß Oehlgemählde, das den alternden Dichter ihm fast in derselben Gestalt wieder darstellte, wie er ihn seit dem Frühjahre von 1786 außer sich nicht gesehen hatte. In jenem Jahre war es, wo der Verfasser, selbst im sieben und zwanzigsten Jahre, ihn, der in der schönsten männlichen Kraft strahlte, zu Jena kennen lernte auf der Büttner’schen Bibliothek, wo sich bald ein langes Gespräch über die Ausstellung der unlängst angekommenen Bücher und über Bücherwesen- und Unwesen überhaupt anknüpfte, ein Gespräch, woraus ihm noch manche geistvolle Ansichten gegenwärtig blieben, bis in die neueste Zeit, wo er die Jenaischen und Weimar’schen Bibliotheken nach gleichen Grundsätzen geordnet und gewissermaßen vereinigt sah. Eine nähere Verbindung mit dem Dichter und Weisen entstand ihm erst später, die dann bey der Nähe der beyderseitigen Wohnorte, etliche glückliche Jahre hindurch, bis zu einer Freundschaft aufwuchs, die nicht einmal eines Briefwechsels bedarf.
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