Brief

Von Friedrich Siegmund Voigt (23. Mai 1815)

Dank für die Übersendung der Schrift "Vom Tulpen- und Narzissenbau in der Türkei" (von M. Lalézari, deutsch von F. von Diez). V. könne diesen Dank erst verspätet übermitteln, da die so traurigen und gefahrvollen Tage, die er durchlebt habe, ihn bislang davon abgehalten hätten. Nun seien S. Voigt und das Kind (Johann Karl Friedrich) fortdauernd wohl. - Seit acht Tagen habe V. sein Zimmer wieder einnehmen und seine Arbeiten fortsetzen können. Er beschäftige sich wieder mit der Physiologie und gehe daran, den botanischen Garten nach dem, schon vorigen Winter gefaßten Plan zu gestalten, mit G. Wagners völlig harmonischer Mitwirkung. Das von G. gewünschte Tulpenbeet werde im nächsten Jahr angelegt. - Wagner sei es gelungen, das Viscum album (weiße Mistel) bei einigen Bäumen einzuimpfen. - Da G. zur Kur reisen wolle, werde V. versuchen, ihn vorher in Weimar zu besuchen. - Grüße an C. und A. von Goethe.

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