Normalzeugnis Zeugnis

Wirkung dieser Schrift (LA I 10, 298)

Indessen der Begriff der Metamorphose in Wissenschaft und Literatur sich langsam entwickelte, hatte ich schon im Jahr 1794 das Vergnügen zufällig einen praktischen Mann völlig eingeweiht in diese offenbaren Naturgeheimnisse zu finden. Der bejahrte Dresdner Hofgärtner J. H. Seidel zeigte mir auf Anfrage und Verlangen verschiedene Pflanzen vor, die mir wegen deutlicher Manifestation der Metamorphose aus Nachbildungen merkwürdig geworden. Ich eröffnete ihm jedoch meinen Zweck nicht weshalb ich mir von ihm diese Gefälligkeit erbäte. Kaum hatte er mir einige der gewünschten Pflanzen hingestellt, als er mit Lächeln sagte: ich sehe wohl Ihre Absicht ein und kann mehrere dergleichen Beispiele, ja noch auffallendere, vorführen. Dies geschah und erheiterte uns zu fröhlicher Verwunderung; mich, indem ich gewahrte daß er durch eine praktisch aufmerkende lange Lebenserfahrung diese große Maxime in der mannigfaltigen Naturerscheinung überall vor Augen zu schauen sich gewöhnt hatte, ihn, als er einsah daß ich, als Laie in diesem Felde, eifrig und redlich beobachtend, die gleiche Gabe gewonnen hatte. Im vertrauten Gespräch entwickelte sich das weitere, er gestand, daß er durch diese Einsicht fähig geworden manches Schwierige zu beurteilen, und zugleich für das Praktische glückliche Anwendung gefunden habe.

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