Brief
Von Friedrich Schiller (7. August 1797)
Besorgnis um G.s Ergehen angesichts der Hitze am Tage und der Gewitter bei Nacht. S.s Befinden sei schlecht. - Zu Beiträgen für den "Musenalmanach" für 1798: Zelter habe die beiliegenden Kompositionen von "Der Gott und die Bajadere" und "An Mignon" zugesandt. Die letztere gefalle S. besonders. Herder habe die ihm zugesandten Balladen (G.s "Braut von Korinth" und "Der Gott und die Bajadere" sowie S.s "Taucher" und "Der Handschuh" oder "Der Ring des Polykrates"), ohne sie näher zu beurteilen, zurückgeschickt. Er habe lediglich darauf hingewiesen, daß S. in dem "Taucher" N. Pesce veredelnd umgearbeitet habe. Für den "Musenalmanach" für 1798 sei von Herder nichts zu erwarten. - Über Diderots "Essais sur la peinture" (Ruppert 2398): Diderot sehe bei aesthetischen Werken noch viel zu sehr auf fremde und moralische Zwecke und suche diese nicht genug in dem Gegenstande und in seiner Darstellung. Da das wahrhaftig Schöne und Vollkommene in der Kunst den Menschen nothwendig verbessere, suche Diderot diesen Effekt der Kunst in ihrem Innhalt und in einem bestimmten Resultat für den Verstand oder für die moralische Empfindung. S. halte es für einen Vorteil der neueren Philosophie, daß sie eine reine Formel habe, um die subjective Wirkung des Aesthetischen auszusprechen, ohne seinen Charakter zu zerstören.
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