Brief
Von Karl Ludwig von Knebel (25. Juli 1797)
Beschreibung der Wirkung des Reisens auf K. und der Fahrt mit F. Matthisson durch den Thüringer Wald bis Coburg. - In Bayreuth sei K. von seinen Verwandten freundlich und von K. F. von Schuckmann beynahe brüderlich aufgenommen worden. Lob Schuckmanns, der unerschütterlich in seinem Wesen u. Geschäfte, und doch voll warmen menschenfreundlichen Sinnes und biegsamer Nachgiebigkeit sei, im Gegensatz zu anderen grossen Preuß. Geschäftsmännern in seiner Gesellschaft. Es würde K. hier nicht schwer fallen, künftig eine der Kreisdirektorstellen zu erhalten; er scheue sich aber, eine Laufbahn anzutreten, zu der entweder eine ältere Erfahrung gehöret, oder ein etwas jugendlicherer Trieb zum Aushalten in meist subalternen Geschäften. Ich kann nicht leugnen, daß mir zuweilen das Gefühl kommt, als wenn aus der Schule, woraus wir gekommen sind, das Leben einen höhern Gesichtspunkt verdiente, als ihm die gemeinen Geschäfte anweisen. - Bitte um Empfehlung an Herzog Karl August.
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