Normalzeugnis Zeugnis
An Zelter 20. 10. 1831 (WA IV 49, 118)
Die Gebrüder Schlegel waren und sind bey soviel schönen Gaben unglückliche Menschen ihr Leben lang ...
Schiller liebte sie nicht, ja er haßte sie, und ich weiß nicht ob aus dem Briefwechsel hervorgeht, daß ich, in unserm engen Kreise wenigstens, sociale Verhältnisse zu vermitteln suchte. Sie ließen mich bey der großen Umwälzung, die sie wirklich durchsetzten, nothdürftig stehen, zum Verdrusse Hardenbergs, welcher mich auch wollte delirt (ausgelöscht) haben. Ich hatte mit mir selbst genug zu thun, was kümmerten mich andere.
Schiller war mit Recht auf sie erbos’t; wie er ihnen im Wege stand, konnt er ihnen nicht in den Weg treten. Er sagte mir einmal, da ihm meine allgemeine Toleranz, sogar die Förderniß dessen was ich nicht mochte, nicht gefallen wollte: „Kotzebue ist mir respectabler in seiner Fruchtbarkeit als jenes unfruchtbare, im Grunde immer nachhinkende und den Raschfortschreitenden zurückrufende und hindernde Geschlecht.“
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