Brief
Von Friedrich Schiller (31. Januar 1796)
Glückwunsch zum Ausgang der Festivität (Erstaufführung von Ifflands "Advokaten" am 30. Januar zum Geburtstag der Herzogin Luise). - S. wolle die Briefe, die J. H. Meyer aus Italien an G. (vgl. RA 2, Nr. 12) und an Herzogin Anna Amalia geschickt habe, gern kennenlernen. Vermutung, daß seine Nachricht von den Kantischen Configurationen (A. J. Carstens "Zeit und Raum") nur ein Spaß sei. - Versicherung, daß J. F. Reichardt der Herausgeber des Journals "Deutschland" (Berlin 1796) sei. Über dessen Rezension der "Horen": Das Produkt ist unendlich miserabel. J. J. W. Heinses "Hildegard von Hohenthal" (Berlin 1795-96) sei von Reichardt sehr getadelt worden. - Für unsere Xenien haben sich indeßen allerley Ideen [...] bey mir entwickelt. In den letzten Tagen habe S. auch den 11. Gesang von Homers "Odyssee" als eine prächtige Quelle von Parodien entdeckt [...]. Denken Sie auf eine Introduction Newtons in der Unterwelt. - Für den Schluß erwäge S. eine Comödie in Epigrammen.
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