Normalzeugnis Zeugnis
Ungenannt in: Neue Zürcher-Zeitung 26. 10. 1887 (Neujahrsblatt Zürich 1888, S. 55)
Aus Stäfa wird uns geschrieben: Beim Lesen Ihrer jüngsten Miszellen über Martin Usteri’s „Freut Euch des Lebens“ erinnerte sich ein hiesiger 84jähriger Bürger, wie ihm von seinem Vater erzählt worden sei, daß Ende des letzten Jahrhunderts Goethe mit seinem Freunde Hofrath H. Meyer nach Stäfa auf Besuch gekommen sei und in der Brandschenke logirt habe. Mit dem Untervogt Rebmann von Uetikon (nachherigem Rathsherrn und von Goethe der „Philosoph vom Berge“ geheißen) seien Beide damals oft zusammen gekommen. Die schöne Tochter des damaligen Landrichters Kunz im Löwen habe dem Hofrath Meyer sehr gut gefallen, so daß Rebmann sich beeilte, seine ältern Anrechte durch Verlobung mit jenem Mädchen kund zu geben. Hierauf soll Goethe durch einen höchst gelungenen Vortrag des Liedes „Freut Euch des Lebens“ seinen Freund getröstet haben. Damals sei jenes Lied noch nicht allgemein bekannt gewesen und habe man geglaubt, Goethe sei selbst der Dichter jenes Liedes.
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