Brief

Von Johann Sulpiz Melchior Dominikus Boisserée (1. Juli 1820)

Wegen Geschäften und Stöhrungen sei B. nicht dazu gekommen, der übersandten Vignette der Stadt Köln (von C. Haldenwang und L. Schnell nach K. F. Schinkel) einen Brief nachzusenden. - B. werde für vier Wochen nach Wiesbaden gehen und Anfang September nach Paris reisen, um die Herausgabe seines Kupferwercks ("Ansichten, Risse ... des Doms von Köln") einzuleiten. Die nach Paris geschickten Zeichnungen zu diesem Werk hätten bei den französischen Künstlern den grösten Beifall erhalten. Einige der ausgezeichnetsten Künstler haben vorgeschlagen, mit vereinter Hand das ganze Werck in drei Jahren zu vollenden; J. F. von Cotta wolle die Finanzierung übernehmen, wenn B. das Risico mit ihm theile. - J. H. von Dannecker könne wegen der Krankheit seiner Frau immer noch nicht zu G. reisen. B. wisse nicht, was er den Franckfurther Freunden, die sich sehr ernsthaft mit den Vorbereitungen zu dem Denkmal beschäftigen, tröstliches sagen könne. - König Wilhelm I. von Württemberg sei nach Genua abgereist. - G. Schwab bearbeite die ihm von G. überlassene lateinische Handschrift der Dreikönigslegende (Johannes von Hildesheim "Liber de translatione trium regum", Ruppert 2673). - B. lege seine Rezension zu D. Quaglios "Sammlung denkwürdiger Gebäude des Mittelalters in Deutschland" (in: "Kunstblatt" 1820, Nr. 42-44) bei. - Grüße von M. Boisserée und J. B. Bertram.

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