Brief
Von Johann Heinrich Martin Ernesti (22. Mai 1797)
E. übersendet sein "Lese- und Vorbereitungsbuch der griechischen Sprache" (Ruppert 668) und klagt über seine hoffnungslose berufliche Lage als öffentlicher ordentlicher Professor am hiesigen akademischen Gymnasio ohne ausreichendes Einkommen. E. schildert unter anderem, daß er im Hause M. A. von Thümmels Hofmeister gewesen sei und als Prinzenerzieher die Gunst des erbprinzlichen Hauses von Sachsen-Coburg genieße, was jedoch nur mit einem geringen Einkommen verbunden sei. Seine Lehrbücher würden an den Universitäten geschätzt und seien am Joachimsthaler Gymnasium eingeführt worden. Die Mißhelligkeiten, denen er als Anhänger der Kantischen kritischen Philosophie ausgesetzt sei, deuteten darauf, daß ihm der Weg zu der so einträglichen und ruhigen Directorsstelle am Gymnasium in Coburg versperrt bleiben werde. Bitte um einen sachsen-weimarischen Ratstitel mit etwa 100 oder nur 80 r. Besoldung oder Pension. Erwähnung einer beabsichtigten und durch E. F. Graf von Hertzbergs Ableben hinfällig gewordenen Berufung zum Mitglied der königlichen Akademie der Wissenschaften in Berlin.
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