Brief
Von Gottlob Friedrich Konstantin von Stein (1. Dezember 1792)
So oft S. in Weimar sei, besuche er G.s Haus und den weisen Künstler (J. H. Meyer), den S. immer mehr verehre. - Ausführlicher Bericht über sein Studium in Jena: Er höre statt des Camerale bey Succow die Aestethik bey Schiller. Das deutsche Recht mache ihm Freude; beim Staatsrecht schwinde sein Begriff von der Güte der Verfaßung von Deutschland. Statt der langweiligen Vorlesungen von J. L. von Eckardt absolviere er die Pandekten bey Doktor Völker. - S. sei sich seiner mangelhaften Bildung bewußt und verspreche, sich gewissenhaft um deren Vervollkommnung zu bemühen. Dank für die von G. erhaltene Liebe und Erziehung, die er um so mehr zu schätzen wisse, seit er Menschen von mannigfaltigen Erziehungen kennenlerne. Da er nicht mehr bei Schiller, sondern in einem eigenen Zimmer wohne, habe er an Freiheit und Selbständigkeit gewonnen.
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