Brief

Von August Wilhelm Schlegel (28. April 1801)

Dank für J. H. Meyers und G.s Gutachten über das Monument für A. Böhmer. Die Entscheidung über G.s Vorschlag zum Ort der Aufstellung müsse er seiner Frau überlassen. - Ausführlicher Bericht über Berliner Theaterereignisse: F. Unzelmann allein suche das ganze Gebiet ihrer Kunst zu umfassen. Bemerkungen zu ihrem Spiel als Klärchen, Bätely und Maria Stuart. Die Berliner Inszenierung der "Maria Stuart" finde beim Publikum aufmerksame Teilnahme. Die Aufführung von G.s "Tancred" sei nicht wirkungsvoll, da die Hauptdarsteller J. F. F. und S. L. Fleck sich für das französische Trauerspiel nicht eignen würden. In dieser Gattung werde J. H. R. Meyer gerühmt. Neugier auf theatralisches Neues in Weimar. - J. L. Tieck sei nach Dresden gezogen. Unwohlsein habe ihn an einer Reise nach Weimar und Jena gehindert. Hoffnung auf einige Beiträge G.s zum "Musenalmanach auf das Jahr 1802". - S. übersendet den 7. Band seiner Shakespeare-Übersetzung (Ruppert 1522) für G., Herzog Karl August und C. G. Voigt und kündigt den 8. Band an. Die übrigen Bände sollen bei einem anderen Verleger erscheinen, da er J. F. G. Unger wegen eines Nachdruckes verklagen mußte. Warnung vor Ungers unredlichen Nachdrucken. - Von F. Bury habe S. ein himmlisches Porträt der Gräfin Tolstoi gesehen; J. E. Hummel, sein Freund, habe einige sehr wackre Zeichnungen mitgetheilt. Von F. Unzelmann lege er einen Brief und das Manuskript von "Egmont" bei.

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