Tagebucheintrag
Reisetagebuch Italien 1786, 5. September 1786
Regensb. d. 5. Sept.
Vom Carlsb. hatte ich nur einen Mantelsack und Dachsranzen mitgenommen, und für meine Garderobe wäre es überflüssich,da ich aber soviel Bücher und Papiere mit habe, so war es zubeschweerlich. Nun hab ich mir ein Coffregen gekauft das michrecht freut. Auch ists recht gut daß ich allein bin, denn gewiß man wird durch anhaltende Bedienung vor der zeit alt und unfähich.Jetzt freut mich alles mehr, und ich fang in allem gleichsamwieder von vorne an.
Gewiß ich hoffe auf dieser Reise ein Paar Hauptfehler, die mirankleben, loszuwerden.
An der Donau gezeichnet. No. 2.
um halb zwölfe.
Ich muß nun machen daß ich wegkomme! Ein Ladenbedienter, aus der Montagischen Buchhandlung, hat mich erkannt, der inder Hofmannischen ehmals stand. So muß dem Autor nichts guts von den Buchhändlern kommen. Ich hab es ihm aber grade in sGesicht, mit der größten Gelassenheit, geläugnet daß ich’s sey.
Den Pastor Schäfer hab ich gesehen und sein Cabinet, unter demangenommenen Nahmen Möller, den ich auch behalten werde.Nun leb wohl ich setze mich auf nach München.
Ein sonderbar Gestein wird hier verarbeitet, zu Werckstücken, eine Art Todtliegendes, doch von dem, was ich für älter undursprünglich erkenne.
Es ist grünlich, mit Quarz gemischt, löchrich und finden sichgrose Stücke des festesten Jaspis drin, in welchem wieder kleine runde Fladen von Todt liegendem sich befinden. Ein Stück wargar zu apetitlich, der Stein aber zu fest. und ich habe geschworenmich nicht auf dieser Reise mit Steinen zu schleppen.
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