Brief

Von Karl Friedrich Zelter (20. bis 23. März 1824)

1824 März 20 Das Gedicht auf A. Thaer ("Zu Thaers Jubelfest, dem 14. Mai 1824") habe Z. bereits vertont, wolle es aber noch etwas abdunsten lassen. Thaer kenne er persönlich von einer Begegnung bei Graf P. Itzenplitz. - Dank im Namen von K. Streckfuß für G.s lobende Worte. Mit seinem Dante ist er fertig ("Göttliche Komödie des Dante Alighieri", vgl. Ruppert 1673) und bearbeite jetzt das Leben des Dichters ("Andeutungen zur Kenntnis des Dichters und seines Zeitalters"). - Freude über die Nachricht von O. von Goethes glücklicher Rückkehr nach Weimar. - Zu den Fortschritten, die F. Mendelssohn Bartholdy mache (vgl. RA 10, Nr. 556). - Über die beiden Gemälde im Berliner Schloss, nach denen G. frage: Z. habe sie gesehen. Mit K. Begas' "Taufe Christi" sei König Friedrich Wilhelm III. von Preußen nicht sehr zufrieden, da sowohl die Komposition als auch die Ausführung nicht gelungen seien; erwähnt: Begas' Familie. W. Schadows "Anbetung der Hirten" sei besser gelungen, mehr könne Z. darüber aber nicht sagen; erwähnt: die Rezension ("Über zwei ... ausgestellte Gemälde ...", in: "Berlinische Nachrichten" vom 5. und 6. März 1824). - Bitte um die Zusendung des Manuskripts von J. Pachelbel ("Tabulaturbuch geistlicher Gesänge"); erwähnt: Z.s Ostermusik (Aufführung von K. H. Grauns und K. W. Ramlers Passionskantate "Der Tod Jesu" am Karfreitag). - F. Rochlitz habe auch Z. seine Schrift "Für Freunde der Tonkunst" (vgl. Ruppert 2594) gesandt und sich freundlich genug gegenüber Händel und Z. geäußert. Ausführlich über Händels "Messias" mit Reflexionen über das Geschichtliche der musikalischen Formen; erwähnt: Herders Charakterisierung des Werkes (im 46. der "Briefe, das Studium der Theologie betreffend"), die Bibel, geistliche Dichtungen von H. Brockes und C. F. Henrici, Kompositionen von J. S. Bach und Telemann sowie Mozarts Bearbeitung des "Messias" und dessen "Zauberflöte". Zitat aus G.s "Alexis und Dora". Bitte um G.s Urteil über den "Messias" nach der Weimarer Aufführung (unter K. Eberweins Leitung; vgl. G.s Tagebuchnotiz vom 16. März). Kritik an Rochlitz' Geschichte von der Entstehung des Messias und Erinnerung an eine Rezension zum Thema, die Z. vor etwa 20 Jahren in der von J. F. Reichardt herausgegebenen "Berlinischen Musikalischen Zeitung" (1805, Nr. 11f.) verfasst habe. Richtigstellung einer weiteren Geschichte aus Rochlitz' Buch, S. 76, das dreimalige Ansuchen G. E. Maras an König Friedrich II. von Preußen betreffend, sie aus dem Engagement zu entlassen, um J. Mara heiraten zu können; erwähnt: Prinz Heinrich von Preußen. Der Groll König Friedrichs II. rühre von einem Konzert, bei dem J. Mara sich geweigert habe, zu spielen; erwähnt: G. E. Maras Titelrolle in Grauns Oper "Rodelinde" (Libretto von G. G. Bottarelli nach A. Salvi). 1824 März 23 Heute gehe der Brief ab.

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