Brief

Von Christoph Martin Wieland (14. Januar 1802)

W. sei es unangenehm, daß Böttiger, dem W. um vieler guter Dienste willen Dank und Wohlwollen schuldig sei, G.s Unwillen erregt habe. Erst durch G.s Brief und heute durch ein Schreiben Böttigers sei W. über die Vorgänge um die Aufführung von A. W. Schlegels "Jon" (am 2. Januar in Weimar) unterrichtet worden. Zu Böttigers Rezension über die Aufführung, die nicht in das "Journal des Luxus und der Moden" aufgenommen wurde (vgl. "Literarische Zustände und Zeitgenossen" 1, 87). - W. versichert, daß Böttiger W.s Gesinnungen zu gut kenne, um den "Merkur", zum Gefäß seiner Unreinigkeiten machen zu wollen. Weiteres (auch die Bitte um Aufklärung einer oder zweyer mehr an Deinem Schreiben dunkel gebliebener Stellen) wolle W. für eine mündliche freundschaftliche Besprechung versparen. Eine unaufschiebliche Arbeit, sein labiler Gesundheitszustand, insbesondere seit dem 8. November 1801 (Tod seiner Frau), und die strenge Kälte ließen aber eine Terminsetzung noch nicht zu, so sehr er sich nach Weimar und seinen dortigen Freunden sehne.

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