Brief
Von Heinrich Schmidt (29. Oktober 1801)
S. dankt enthusiastisch für die Unterredung mit G. am 23. März.- Wiedergabe von Reiseeindrücken auf seiner Fahrt von Weimar nach Wien, wo er bei seiner Ankunft freundliche Aufnahme durch J. F. von Retzer gefunden habe. - Bericht über den erfolgreichen Beginn seiner Tätigkeit als Schauspieler in Wien. S. nehme Ballettstunden, um mehr Ungezwungenheit und Leichtigkeit der Bewegungen zu erwerben. Vorbilder für ihn seien in der Oper der Tenor A. Brizzi und im Schauspiel J. F. H. Brockmann und J. Lange; Charakterisierung ihrer beruflichen Fähigkeiten. Grüße von Brockmann und Lange an G. Brockmann wünschte, G. persönlich kennenzulernen und einige Gastrollen in Weimar übernehmen zu können. - S. vermißt das Ensemblespiel auf den Bühnen Wiens, tadelt die geringe Anzahl und die nachlässige Abhaltung der Proben und verurteilt die Intrigen einzelner Parteien. Anregungen sammele S. durch die verschiedenen Theater in Wien und bewundere J. Laroche. Er verweist auf E. Schikaneders Theater an der Wien, auf K. von Marinellis Theater in der Leopoldstadt, das Hoftheater und die Vorstadttheater und hebt zwei der neuaufgeführten Stücke hervor: "Die Repressalien" von F. W. Ziegler und "Regulus" von H. J. Collin. - S. unterstützt Collins Bitte um Beurteilung seines Stückes "Regulus" durch G. (vgl. RA 3, Nr. 1300).
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